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Kaufhäuser Wiesbaden

Kaufhäuser in Wiesbaden: Glanz, Schicksale und Geschichten (1/1)

Kaufhäuser in Wiesbaden: Glanz, Schicksale und Geschichten (1/1)

Kaufhaus Blumenthal (Teil 1): Hamburger Luft in der Kurstadt

Serien-Kompass

  • Kapitel 1: Kaufhaus Blumenthal (Teil 1 von 4)
  • Serie: Kaufhäuser in Wiesbaden: Glanz, Schicksale und Geschichten
  • Epoche: 1883 – 1906: Vom Kurzwarenladen zum Prachtbau

Wiesbaden als Magnet für Entrepreneure

Als im Laufe des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg Wiesbaden als Weltkurstadt florierte, fühlten sich die Wiesbadener ganz mondän. Doch diejenigen, die Wiesbaden voran brachten, die wahren Innovateure, kamen meist von außerhalb. Sie nutzten die Möglichkeiten, die eine aufstrebende Stadt bot, und trugen somit zum neuen Großstadt-Flair bei. Denn hier ging noch was – und im Gegensatz zu anderen Städten, die durch die Industrialisierung boomten, zeigte sich Wiesbaden als Tourismusmagnet mit Heilwasser,  sauberer Luft und den besten Freizeitmöglichkeiten.

Ein junges Paar wagt den großen Schritt 

Mit einer Geschäftsidee in der Tasche kam auch das junge Paar Seligmann und Julie, genannt Julchen, Blumenthal 1883 nach Wiesbaden. Seligmann war damals 29 Jahre alt und stammte aus dem kleinen Ort Rosenthal in der Nähe von Marburg. Julchen war fünf Jahre jünger und wurde im Hamburger Stadtteil Altona geboren. Sie sind noch nicht verheiratet, als sie im April 1883 ein Kurzwarengeschäft in Wiesbaden eröffnen. Für die damalige Zeit ein ungewöhnlicher Schritt – die Hochzeit folgt erst im September 1884. Das Paar hat drei Kinder: Theodora wird 1885, Adolf 1887 und Else 1892 geboren. So dokumentiert Klaus Flick die Geschichte der Familie Blumenthal auf seinem Blog zu den Judenhäusern in Wiesbaden.

Die hanseatische Verbindung nach Wiesbaden

Anzeige im Wiesbadener Tagblatt

Der Name des Geschäfts klingt nach großer weiter Welt: „Hamburger Engros-Lager, S. Blumenthal & Co.“ Der Bezug zu Hamburg ist kein Zufall. Aufgrund des Namens lässt sich auf eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen M.J. Emden in Hamburg schließen. M.J. Emden fungierte sowohl als eigenständiger Detailhändler mit zahlreichen Geschäften in ganz Deutschland, aber vor allem auch als Großhändler für andere kleinere Kaufmannsbetriebe. Diese können mit hoher Qualität, Exklusivität und günstigen Preisen werben. So beziehen die Blumenthals ihre Textil- und Kurzwaren ausschließlich vom Großhändler M.J. Emden und konnten somit „Einzel-Verkauf zu Fabrikpreisen“ bieten (siehe Anzeige im Wiesbadener Tagblatt, 15.04.1886, in der auch mit gleichartigen Geschäften in zahlreichen Städten und eigenen Einkaufshäusern geworben wird). 

Ein Blick nach Berlin: Was Jandorf und Blumenthal einte

Wie verbreitet das Modell war, zeigt ein Blick nach Berlin: Adolf Jandorf, der spätere Gründer des KaDeWe, eröffnet 1892 sein erstes Geschäft in Berlin ebenfalls unter dem Namen „Hamburger Engros-Lager“ mit dem Zusatz Adolf Jandorf – das Ganze frecherweise, obwohl er eigentlich ein Geschäft unter dem Namen M.J. Emden eröffnen soll. Als im selben Jahr in Hamburg eine Cholera-Epidemie grassiert, verschwindet der Städtename schnell aus dem Firmennamen, da sich die Nennung als geschäftsschädigend auswirkt. 

Der große Triumph im Jahr 1906: Neubau in der Kirchgasse

Blumenthals nutzen den Zusatz „Hamburger Engros-Lager“ definitiv länger. Die Jahrzehnte um die Jahrhundertwende laufen gut. Die Kurstadt Wiesbaden ist der ideale Standort. Kein Ruß, keine Fabrikviertel – dafür ein kaufkräftiges Publikum aus aller Welt. Aus dem Kurzwarengeschäft wird ein wachsendes Unternehmen. Und 1906 folgt der sichtbarste Beweis dafür: ein Kaufhaus-Neubau in der Kirchgasse. Das Hamburger Engros-Lager ist Geschichte – von nun an gehen die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener und ihre Kurgäste ins Kaufhaus Blumenthal.

→ Wie geht es weiter?

Der prachtvolle Neubau steht und erfreut sich höchster Beliebtheit. Die Kunden und Kundinnen strömen herbei – ob Arbeiter oder Adelige, ob jung oder alt, aus nah und fern. Das Kaufhaus Blumenthal ist das „größte am Platze“, die Familie Blumenthal wird zu einem angesehenen Teil der Wiesbadener Gesellschaft. Sie ist auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs angekommen.

Weiter zu Teil 2: Wie der Glanz der Kurstadt seinen Höhepunkt erreicht und die Familie Blumenthal mit diesem Rückenwind zum wichtigsten Kaufhaus Wiesbadens aufsteigt (1906-1914).

Janine Seitz 

Quellen:

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Kaufhaus, Kulturort, Kulturzeit: Das Museum für Konsumkultur bei 3sat

Kaufhaus, Kulturort, Kulturzeit: Das Museum für Konsumkultur bei 3sat

Diese Woche war die Pop-up-Ausstellung „KONSUM und ICH – Vom Warenhaus zur Shopping-App” zu Gast bei Kulturzeit auf 3sat – im Rahmen eines Beitrags zur World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Zahlreiche Projekte in der Region setzen sich mit der Frage auseinander, wie Design zur Demokratie beitragen kann.

Screenshot aus der Sendung Kulturzeit vom 22.06.2026 auf 3sat

Der Beitrag in der Kulturzeit schwenkt dabei auch nach Wiesbaden: Was die Initiatorin des Museums für Konsumkultur und Zukunftsforscherin Janine Seitz dort gesagt hat, bringt auf den Punkt, warum es diese Ausstellung gibt: Kaufhäuser waren nie nur Orte zum Einkaufen. Sie waren Treffpunkte. Orte, an denen Lesungen stattfanden, Ausstellungen, Konzerte. An denen man verweilte, sich unterhielt, ein Buch las, kurz eine Verschnaufpause einlegte. Gesellschaftliche Räume – mitten in der Stadt. Kaufhäuser war offen für alle.

Genau das haben wir im WerkRaum Wiesbaden wiederentdeckt. Auf der Ausstellungsfläche in einem ehemaligen (Sport-)Kaufhaus in der Langgasse mitten in der Fußgängerzone, stellen wir die Fragen: Was hat Konsum mit uns gemacht? Was macht er heute mit uns? Und was wollen wir morgen damit anfangen?

Die große Frage hinter den ganz persönlichen und individuellen Aspekten, über das eigene Konsumverhalten nachzudenken, ist die Frage danach, wie Konsum heute und morgen (wieder) zu Demokratie beitragen kann.

Der Beitrag zur WDC 2026 ist ab Minute 27:19 in der Sendung Kulturzeit zu sehen.

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Kuratorinnen-Führung

Kuratorinnen-Führung durch die Ausstellung KONSUM und ICH

Samstag, 18. Juli · 14 Uhr · ca. 60 Min.

Was verraten unsere Einkäufe über uns? Und was hat Konsum mit Demokratie zu tun?

Janine Seitz, Kuratorin der Schau und Initiatorin des Museums für Konsumkultur, führt durch die Ausstellung.

Der Bogen spannt sich von der Plastiktüte als Erinnerungsstück an die Welt vor dem Onlineshopping über die Wiesbadener Warenhausgeschichte bis hin zum modernen Massenkonsum.

Mit Aha-Erlebnissen, Mitmach-Momenten und viel Raum für Austausch.

  • WerkRaum Wiesbaden, Langgasse 5–9
  • Eintritt frei · Keine Anmeldung nötig

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FutureThinking-Workshop zur Zukunft des Einkaufens

FutureThinking-Workshop zur Zukunft des Einkaufens

Einkaufen neu denken

Freitag, 14. August · 15:00-17:30 Uhr

Wühltisch, Schaufenster, Umkleidekabine, Kasse: Der stationäre Handel hat seine feste Ordnung. Doch mit dem Umbruch des Einzelhandels wird auch diese Ordnung in Frage gestellt. Wie kann das Einkaufserlebnis der Zukunft aussehen? Und kann Digitalität eingesetzt werden, um das analoge Shopping wiederzubeleben? 

In diesem Workshop nehmen wir die klassischen Zonen eines Ladengeschäfts unter die Lupe: Jede Station steht für eine Frage – nach Warenpräsentation, Kaufverführung, Bezahlvorgang, dem Moment vor und nach dem Kauf. Was vermissen wir? Was wollen wir gar nicht zurück? Und was soll neu gedacht werden?

Wir alle sind Konsumentinnen und Konsumenten – und genau das ist der Ausgangspunkt. Der Workshop lebt von euren Perspektiven und Erfahrungen, egal ob ihr aus dem Handel kommt, in der Stadtplanung arbeitet, Design studiert oder einfach Lust habt mitzudenken.

Die Ergebnisse werden greifbar: Jede Gruppe entwickelt ein Moodboard auf einer gestalteten Einkaufstasche – als Objekt, das anschließend in der Ausstellung zu sehen sein wird.

Geleitet wird der Workshop von Judith Block, Zukunftsforscherin und Produktdesignerin bei The Future:Project.

  • WerkRaum Wiesbaden, Langgasse 5–9 (ehem. SportScheck)
  • Freitag, 14. August 2026 · 15 bis 17:30 Uhr 
  • Workshopleitung: Judith Block, The Future:Project, in Zusammenarbeit mit Janine Seitz, Expertin für Konsumkultur
  • Teilnahme kostenlos, Anmeldung an info@konsummuseum.de oder telefonisch 0176-99806148 (Teilnehmerzahl mind. 12, max. 30 Personen)

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Vom Konsumtempel zum Museum

Vom Konsumtempel zum Museum

Was bleibt von der Geschichte der Warenhäuser?

„Schließ heute ein Kaufhaus zu, öffne die Tür nach hundert Jahren – und du hast ein Museum moderner Kunst.“ 

Andy Warhol, 1985

Wenn wir heute ein Kaufhaus schließen, hätten wir dann auch in 100 Jahren noch ein Museum? Was würden wir darin sehen? Ist das, was es dort gibt, bewahrenswert? Oder bewahren wir einfach nur noch Leere, marode Technik, bröckelnde Fassaden? 

Als das Kaufhaus noch die Zukunft war: Die 1980er und der Konsumrausch

Als der Pop-Art-Künstler Andy Warhol Mitte der 1980er Jahre das Kaufhaus mit einem Museum für moderne Kunst verglich, strauchelten einige Konzerne zwar auch bereits und doch präsentierten sich Kaufhäuser als die Orte der neuesten Trends und Mode. Sie verkörperten die moderne Konsumgesellschaft par excellence. Individuelle Massenwaren erschwinglich für jedermann und jederfrau. Alles im Überfluss. Natürlich wäre ein Kaufhaus in den 1980ern auch nur eine Momentaufnahme des Zeitgeistes: Schrill-bunte Popkultur in Reinform. Schulterpolster und Leggings, Oversized und Neonfarben, Vokuhila und Dauerwellen. Frei nach dem Motto: Mehr ist Mehr!

Zeitkapsel Warenhaus: Von Moonboots und postapokalyptischer Nostalgie

Mir kommt eine Erinnerung an die BBC-Serie „The Tripods – Die dreibeinigen Herrscher“ (1984/85) in den Sinn: In einer Folge stolpern die drei Freunde in Paris in ein altes Kaufhaus. Alles wirkt morbide und doch zugleich moderner und näher, als das Leben, das die Jugendlichen bislang führen mussten, in einer postapokalyptischen, mittelalterlich-anmutenden Zukunft. Mit vielen Dingen wissen sie gar nichts anzufangen – und verlassen das Kaufhaus schließlich mit coolen 80er-Jahr-Klamotten inklusive Moonboots.

Vom Gebrauchsgegenstand zum Museumsobjekt: Alltagskultur im Wandel

Geht es heute immer noch so sehr um die Waren? Oder eher um die Kultur, also wofür die Kaufhäuser als Institutionen stehen? Wir stellen uns eher die Frage, was wir mit den Produkten machen – und wissen wir in 100 Jahren noch um ihren Nutzen oder sind sie in Vergessenheit geraten oder obsolet geworden. So wie ein Walkman heute längst ein Museumsobjekt geworden ist, werden Alltagsgegenstände erst nutzlos und dann wieder als Ausstellungsstücke wertvoll. Dabei sagen Objekte per se wenig aus, es geht um ihre Geschichten, um die Erlebnisse, die mit ihnen verbunden waren – um ihre Nutzung durch die Menschen. 

Wenn wir heute hier Plastiktüten ausstellen, bewegen wir uns aktuell noch zwischen der Debatte um Wegwerfartikel und Umweltverschmutzung sowie Designobjekte und Zeitgeistphänomen. Sie erzählen die Geschichten des Massenkonsums der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und werden gerade zu Relikten einer vergangenen Zeit. 

Ausblick: Die Geschichte des modernen Konsums

Schade, dass wir nicht schon vor 40 Jahren einfach mal ein Kaufhaus geschlossen haben mit all seinem Inhalt. Wir hätten heute schon ein Museum! So sammeln wir und kuratieren wir. Dinge, Orte und Technologien. Und erzählen die Geschichten der Menschen hinter den Objekten, Innovationen und Fassaden. Denn nur so werden sie lebendig. 

In diesem Blog nehmen wir euch mit auf eine Reise durch die Geschichte des modernen Konsums: Von den Anfängen der Warenhäuser im 19. Jahrhundert und deren Höhepunkt in der Weimarer Republik über die Arisierungen der NS-Zeit und die Aufbruchsstimmung des Wirtschaftswunders bis hin zum Konsum in Ost und West – geprägt durch die geteilte Geschichte von DDR und BRD – sowie dem Aufstieg des Internethandels.

Janine Seitz 

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Einkaufstüten als Spiegel der Konsumgeschichte

Einkaufstüten als Spiegel der Konsumgeschichte

Life in Plastic. It’s fantastic?

Wand mit Einkaufstüten
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Heute wirken sie wie Relikte aus einer anderen Zeit. Dabei ist es noch gar nicht lange her: Seit 2016 gibt es sie im Handel nicht mehr kostenlos, erst seit 2022 sind Einweg-Plastiktüten in Deutschland weitgehend verboten. Was als praktischer Alltagshelfer begann, wurde zum Symbol der Wegwerfkultur.

Die Tüten erzählen die Konsumgeschichte der letzten 60 Jahre – in Farbe, Form und Firmenlogo. 

In ganz Deutschland? Ja, allerdings waren Plastiktüten in der BRD viel verbreiteter als der „Plastebeutel” in der DDR.

Wie alles begann

1961 führte der Kaufhauskonzern Horten die Tragetasche aus Polyethylen ein – damals noch als sogenannte „Hemdchentüte“. Andere Warenhäuser zogen schnell nach, darunter Kaufhof ab Mitte der 1960er-Jahre.

Die Hemdchentüte hat ihren Namen von ihren Henkeln, die den Trägern eines Unterhemds ähneln. Mit ihr startete der Siegeszug der Plastiktüten für den Massenmarkt.

Übrigens: Einer der Erfinder des „Hemdchen-Prinzips“ für Verpackungsbeutel war die Firma RUMA aus Wiesbaden-Dotzheim. 

Doch schon nach wenigen Jahren wurde sie weitgehend von der stabileren Reiterbandtasche abgelöst – im Grunde die klassische Plastiktüte (wie wir sie kennen) mit verstärktem Trage-Eingriff. Beinahe immer und überall gab es sie kostenlos zum Einkauf dazu.

Vom Fortschritt zum Problem

32

Plastiktüten pro Kopf im Jahr – 1975

76

Plastiktüten pro Kopf im Jahr – 2014

27

dünne Plastiktüten (z.B. für Obst, nicht verboten) pro Kopf im Jahr – 2023

Ab Mitte der 1970er-Jahre wurde der Jutebeutel hip: „Jute statt Plastik“ wurde zur Gegenbewegung zur Konsumgesellschaft. 

Design und Zeitgeist

Plastiktüten waren günstig, praktisch – und perfekte Werbeträger. 

In den 1970ern waren Einkaufstüten so bunt wie die Tapeten in den Wohnzimmern. Jedes Kaufhaus hatte seinen eigenen Look:

Horten übertrug seine berühmt-berüchtigte Kachelfassade auch auf das Tütendesign: blaue Dreiecke als abstraktes H für Horten. 

Kaufhof setzte auf psychedelische Kreise – meist in klassischem Grün, manchmal auch in mutigem Pink.

Unvergessen ist die rot-blaue „Hertie-Sonne“, die in den 1970ern und 80ern bis zur Übernahme durch Karstadt 1994 über die Einkaufsstraßen strahlte.

Auch Exklusivität ließ sich wunderbar nach außen in die Welt tragen: Die Tüte als Statussymbol.  

KaDeWe: Hier wurde die Tüte zum Kunstobjekt. Gleich erkannt? Alltagsgegenstände wie Kartoffeln oder Pinsel wurden wie Stillleben inszeniert.

Wertheim zeigte Mitte der 1980er noch einmal sein ikonisches Original-Logo mit dem Globus auf dem „W“ aus den glanzvollen Anfangsjahren des Warenhauses.

Im Osten: Plaste, Papier und Dederon

Wo es keinen Überfluss gab, waren auch Einwegtüten aus Plastik überflüssig. Stattdessen wurden in der DDR vor allem Papiertüten genutzt. „Plastebeutel“ waren begehrt und wurden so lange wie möglich wiederverwendet.

  • Flowerpower: Die grafischen Muster der Papiertüten der Handelsorganisation (kurz HO) und ihrer Centrum Warenhäuser waren auffällig bunt – ein optischer Akzent im oft grauen Alltag. 
  • Dederon-Netze: Ein besonderes Stück DDR-Alltagskultur. Die Einkaufsnetze aus der Polyamid-Kunstfaser Dederon waren extrem robust und dehnbar: es hieß, es passen bis zu 12 Bierflaschen hinein.

Im Westen bis zur Wende vergessen und von der Plastiktüte verdrängt, erlebt das Einkaufsnetz längst ein Comeback als umweltfreundliche Alternative – oft mit einem Hauch „Ostalgie“.