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Neue Ausstellung kaufrauschen

Neue Ausstellung kaufrauschen des Museums für Konsumkultur vom 17. Oktober bis 27. November 2026: Im Westen ging man „shoppen“, im Osten zum „Konsum“. Konsumiert wurde sowohl in der BRD, als auch in der DDR – allerdings komplett unterschiedlich. Ein Rausch im Westen, ein Rauschen im Osten.

Neue Ausstellung: kaufrauschen

17. Oktober – 27. November 2026
Museum für Konsumkultur meets Galerie Leander Rubrecht

Vernissage

am Freitag, 16. Oktober 2026 um 18:30 Uhr
Einführung: Janine Seitz M.A., Kuratorin des Museums für Konsumkultur

Im Westen ging man „shoppen“, im Osten zum „Konsum“. Konsumiert wurde sowohl in der BRD, als auch in der DDR – allerdings komplett unterschiedlich. 

Während man sich im Westen berauschen konnte an Vielfalt und Überfluss, nahm man im Osten eher ein Rauschen wahr – eine diffuse Sehnsucht nach etwas, von dem man gar nicht wusste, ob man es brauchte. Man wollte diesem Rauschen näherkommen, Teil davon werden: der glitzernden Konsumwelten, der rauschenden Dinnerpartys, der unbegrenzten Möglichkeiten. Raus aus der sozialistischen Wartegemeinschaft, rein in die kapitalistische Konsumgesellschaft. So lässt sich die „friedliche Revolution“, die zum Fall der Mauer führte, auch als Konsumrevolution lesen.  

In den beiden Teilen Deutschlands herrschte ein Kontrast, wie er größer kaum sein könnte: Die Ökonomie des Überflusses, entsprungen aus dem westdeutschen Wirtschaftswunder, und die Ökonomie des Mangels, ausgelöst durch die Planwirtschaft, die auf Grundversorgung setzte.

Die Ausstellung kaufrauschen verknüpft historische Objekte und Alltagsgegenstände mit Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zum Thema Konsum. 

Die Highlights der Ausstellung

Sehnsuchtsort KaDeWe
Als großer Sehnsuchtsort galt das KaDeWe im geteilten Berlin: Kevin Clarke taucht dort 1978/79 als Fotograf ein und hält Verkäuferinnen und Verkäufer, Produkte und ihre Präsentation fest – subtil, ironisch und eigenwillig. 

Skulpturaler Luxus
Die Holzskulpturen der Wiesbadener Bildhauerin Christiane Erdmann setzen nicht nur Damenhandtaschen auf einen Sockel, sondern enthüllen auch ihren verlockenden, intimen Inhalt. Und geben damit einen Blick auf den zur Schau getragenen Wohlstand der Frau frei.

Das Versprechen der Eleganz
Die Perlenkette gilt als Inbegriff des Schönen. Die Künstlerin Elisabeth Mehrl stellt Schmuckstücke in den Fokus ihrer Malerei und fragt nach den Versprechen, die daran hängen. Überträgt sich nicht auch Reinheit und Eleganz der Perlen und Edelsteine auf die Person, die sich mit ihnen schmückt?

Design-Ikonen & Bausünden
Felix Kern gibt den Alu-Kacheln, die die Kaufhäuser von Helmut Horten schmückten, eine neue Funktion als Designobjekte. Sein Lichtobjekt HELLMUT setzt sie in ein anderes Licht. Bis heute sorgen die Horten-Kacheln für Diskussion: Die einen empfinden sie als ikonisch und als ein gelungenes Beispiel für architektonisches Corporate Design, die anderen sehen die Kaufhäuser mit ihrer verhüllten Fassade als Bausünden und Symbol für Gleichförmigkeit.

Kult-Objekt und Wegwerfartikel
Aus der Schenkung der Sammlung Portable Art / Heinz Schmidt-Bachem sind ausgewählte, gerahmte Einkaufstüten sowie Kleidungsstücke aus Plastiktüten zu sehen – Zeugnisse eines Materials, das im Westen zum Wegwerfartikel wurde. Im Osten hingegen war der „Plastebeutel“ ein begehrtes, weil seltenes Objekt und wurde möglichst lange wiederverwendet. Diesen gab es nur zu besonderen Anlässen. Im Alltag griff man zum Dederon-Beutel oder zum Einkaufsnetz, liebevoll auch Falls-Beutel genannt, den man immer dabei hatte – falls es etwas gibt.

kaufrauschen lädt dazu ein, diesen Objekten und Kunstwerken ganz nah zu kommen – und dabei die eigene Sehnsucht nach dem nächsten Kauf noch einmal neu zu befragen. Lassen Sie sich anstecken, irritieren und inspirieren vom ewigen Rausch(en) des Konsums!

Vernissage 16. Oktober 2026 um 18:30 Uhr

Galerie Leander Rubrecht
Büdingenstraße 4-6
65183 Wiesbaden
Ausstellungsdauer: 17.10.-27.11.2026
Öffentliche Besichtigungen von Mi-Fr 14-18 Uhr und nach persönlicher Vereinbarung, Tel. 0176-816 650 31
rubrecht-contemporary.com

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